25. Juli 2026
Es geht nicht um die gut gefüllten Bücherregale, in denen tatsächlich noch das eine oder andere Buch darauf wartet, in die Hand genommen zu werden.
Doch es gibt Zeiten, in denen es zu kalt oder zu heiß, zu regnerisch, oder aus anderen Gründen nicht möglich ist, in die Bibliothek zu kommen. Also stöbere ich im Internet nach Leserunden, an denen ich mich beteiligen könnte.
Und nun muss ich mitmachen.
Das gelieferte Freiexemplar ist gebunden und hat sogar ein Lesebändchen. Die Schrift ist angenehm. Es stammt aus einem großen Verlag, was allerdings nicht bedeutet, dass es mir deshalb gefallen muss.
Neben mir sind sehr viele andere mit dem Lesen dieses Buchs beschäftigt und es gibt viele, denen die Geschichte gefällt. Mir eigentlich auch. Nur ist es ein Buch, das ich üblicherweise nach den ersten Seiten beiseite gelegt hätte, weil mir die Sprache zu blumig, die Dialoge zu hölzern, die Figuren zu schablonenhaft gestaltet sind.
Ich habe in den vergangenen Wochen etliche Bücher gelesen, die mich nicht vollständig überzeugt haben. Mal störte mich das aufgebauschte: „Es war zu viel passiert. Es war schon Blut geflossen. Es konnte nicht anders kommen“, das mich eher an Dan Brown als an hohe Literatur erinnert, mal dachte ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge an das Figuren-Seminar in Wolfenbüttel, das eine ähnliche Personenbeschreibung (von der Haarfarbe bis zur Marke der Schuhe) in einem eingereichten Text vor der versammelten Gruppe zerrissen hätte. Aber die Geschichten waren alle logisch aufgebaut. Es gab gute Dialoge, witzige Stellen, viel Spannung und schöne Sätze.
Deshalb habe ich die Bücher ausgelesen.
Es ist ein großer Unterschied, ob ich selbst entscheiden kann, das Buch zu Ende zu lesen oder nach wenigen Seiten aus der Hand zu legen, oder ob ich mich sozusagen selbst dazu gezwungen habe, bis zum Ende durchzuhalten.
Die Leserunde war ein Versuch, wie ich schon mehrere unternommen habe. Vielleicht bin ich einfach zu kritisch. Oft genug blicke ich außerdem wie in einen Spiegel, wenn ich Dinge entdecke, die mir auch passieren beim Schreiben und die ich deshalb vielleicht noch mehr hasse.
Ich habe das Buch tapfer ausgelesen und bin von Leserunden erst einmal wieder geheilt.
Dieser Sommer ist durchwachsen. Es gibt ausreichend Möglichkeiten, in der Bibliothek neue Bücher zu holen und diese nach 10, 100 oder auch 1000 gelesenen Seiten zurückzubringen.
